Ar agaigh le Dhia – Das Bundeslager der BPS 2004


Am frühen Morgen des 29.07.2004 füllte sich der Bahnsteig des Neu-Anspacher Bahnhofs nach und nach mit 22 Pfadfindern des Stammes „Turmfalke", die sich auf den Weg zum sechsten Bundeslager der BPS machen wollten. Das Lager stand in diesem Jahr unter dem Motto „Unterwegs mit Gott" oder auf gälisch „Ar agaigh le Dhia" und sollte uns in die Zeit der keltischen Mönche im sechsten Jahrhundert nach Christus versetzen. Mit dem Zug ging es in das kleine Städtchen Rhens am Rhein (in der Nähe von Koblenz), wo das Lager auf dem Jugendzeltplatz „Pfaffenwäldchen" stattfinden sollte. Im Zug hatten wir Gelegenheit, das neue, selbst geschriebene Stammeslied zu lernen und damit andere Fahrgäste aus unserem Abteil fernzuhalten.
In Rhens angekommen, trafen wir die Essener Pfadfinder vom Stamm HeLa und traten gemeinsam mit ihnen den fünf Kilometer langen Fußmarsch zum Lagerplatz an, während die Sonne unbarmherzig vom Himmel brannte. Dort erwarteten uns bereits Tobi und Edine, die mit dem Auto das Gruppengepäck zum ‚Pfaffenwäldchen' transportiert hatten. Nach einer kurzen Pause ging es dann eifrig an den Aufbau der zwei Jurten und vier Kohten, und zwar in Rekordzeit, sodass wir noch am Anreisetag mit dem Aufbau unseres Kochtisches beginnen konnten, an dem unser ganzes Teillager - zu dem neben den Essenern auch noch die Rheinbacher und Itzehoer gehörten - Platz finden musste. Am nächsten Tag vollendeten wir unsere Lagerbauten und lieferten uns dabei ein Turmbau-Duell mit den Welzheimern, die bis zum Ende steif und fest behaupteten, ihr Turm sei der höhere.
Die folgenden neun Tage waren prall gefüllt mit den verschiedensten Programmpunkten. Jeden Morgen traf sich das ganze Lager im „Kloster", einer Jurtenkonstruktion, die allen 370 Teilnehmern Platz bot, zu einem Gottesdienst beziehungsweise zu einer Andacht, die später in den einzelnen Sippen fortgeführt wurde. Die eigentlichen Aktivitäten begannen meist nach dem Mittagessen. So wurden an einigen Tagen Sportspiele oder Workshops angeboten - von Schmiedekunst über Bogenschießen bis zu Nassfilzen war alles vetreten. Jeden Abend öffnete das „Klosterstübchen", in der bei gemütlicher Atmosphäre Tee getrunken und sich unterhalten werden konnte, für einen Teil des Lagers seine Pforten.
Von Sonntagmorgen bis zum Nachmittag des nächsten Tages kehrte im Lager Ruhe ein, denn die meisten Pfadfinder waren zu einer Pilgerfahrt - dem Hajk, welches auch auf diesem BuLa nicht fehlen durfte - aufgebrochen. Die einzelnen Gruppen machten die wunderschöne Gegend zwischen Rhein und Mosel unsicher (manche Anwohner berichteten gar von einer „Völkerwanderung"), trafen dabei stets auf freundliche Menschen, die ihnen bei der Beantwortung der nicht immer ganz einfachen Fragen und bei der Suche nach einem Schlafplatz bereitwillig halfen, und erlebten das Lagermotto am eigenen Leibe.
Der unumstrittene Höhepunkt des Lagers war allerdings das „Große Spiel", das am Mittwoch und Donnerstag unseren ganzen Einsatz forderte. Alle Pfadfinder traten in prächtigen keltischen Kostümen auf; einige hatten ihr Haar mit einer Mischung aus Mehl und Wasser in betonharte Stacheln verwandelt, andere hatten ihre Oberkörper mit grellen Farben bemalt. In mehreren Spielphasen, immer wieder von Showacts unterbrochen, erlebten wir das Leben des Mönches Columb von seiner Ausbildung im Kloster über den Bruderkrieg um die kostbare Vulgata und Columbs Verbannung aus Erin, wie Irland zu dieser Zeit genannt wurde, bis hin zur Blütezeit des von ihm auf der Insel Hy gegründeten Klosters Iuwa. Es wurde heftig gekämpft, geschickt gehandelt und so manches Rätsel gelöst.
Am vorletzten Tag fand ein Markttag statt, auf dem die verschiedenen Sippen an ihren Ständen sowohl kulinarische Leckerbissen wie Waffeln oder Döner als auch spannende Spiele oder angenehme Massagen anboten. Er endete mit der großen Siegerehrung in der Arena. Die Gewinner des Hajks und des Großen Spiels sowie die Sippen mit den besten Marktständen wurden mit Urkunden ausgezeichnet und erhielten einige Preise, und im Anschluss gab es eine Versprechensfeier, bei der die Siedlungen aus Hannover und Pforzheim feierlich als Stämme in der BPS aufgenommen wurden. Am Abend versammelten sich alle ein letztes Mal zum großen Abschlussgottesdienst in der Klosterjurte, denn am nächsten Tag stand die Abreise bevor. Nach dem Abbau und einer gemeinsamen Abschlussrunde machte auch unser Stamm sich wieder auf die Heimreise. Hinter uns lagen zehn Tage, an denen wir immer wieder erfahren durften, was es bedeutet, mit Gott unterwegs zu sein. Das ganze Lager über hatten wir wunderbares Wetter, eine fabelhafte Gemeinschaft und jede Menge Spaß. Ohne Zweifel war das BuLa 2004 eines der Lager, an das wir immer besonders gerne zurück denken werden...

tiri
















































































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