Haithabu 2006: Im Zeichen der Wikinger

Stammeslager des Stammes Turmfalke vom 12. bis 19.8. 2006


Wir schreiben das Jahr 1066 - Haithabu, einst stolze Handelsstadt der Wikinger, liegt in Trümmern und nur etwa vierzig der einstigen Bewohner haben sich zu neuen Ufern retten können. Hier stehen sie nun, die tapferen Wikinger, noch etwas müde von der Nacht und der beschwerlichen Reise, und lauschen an diesem sonnigen Augustmorgen der Rede ihrer Anführer, Sven Svensson und Erik Eriksson.
"Hier sind wir nun," rufen die beiden ihrem Volk zu, "und hier werden wir unser neues Haithabu aufbauen - gröer und mächtiger als zuvor!". Kaum ist der Jubel verklungen, als sich auch schon alle an den Aufbau der neuen Stadt bzw. einer Vielzahl von Zelten machen. Denn in Wirklichkeit sind es natürlich keine Wikinger, die auf der Wiese die Kohten und Jurten errichten, sondern die Pfadfinder des Stammes Turmfalke Neu-Anspach, die hier an der Jomsburg bei Dänisch-Nienhof an der Ostsee zu ihrem diesjährigen Stammeslager zusammen gekommen sind.
Genau wie einst die Wikinger müssen aber auch die Pfadis bald merken, was es heißt, dem Wetter zu trotzen: Schon während des Aufbaus beginnt es zu regnen und in den nächsten Tagen erleben die Turmfalken alles vom plötzlichen Wolkenbruch bis zu ununterbrochenem Nieselregen.
Den Spaß am Lagerleben lässt sich trotzdem keiner nehmen, schließlich brennt in der großen Gemeinschafts-Jurte ja immer ein warmes Feuer und wartet nur darauf, dass jemand seine nassen Sachen trocknet will. Außerdem geht es im neuen Haithabu auch weiterhin hoch her, so dass gar keine Zeit bleibt, sich groß um den Regen zu sorgen.
Eriksson und Svensson sind zerstritten und wollen beide Anführer der neuen Stadt werden. Was liegt näher als ein Zweikampf nach Wikingerart? Doch während die beiden Kontrahenten beim Armdrücken schwitzen, wird schnell klar: So wird es keinen Sieger geben, beide sind gleich stark! Auch die eilig anberaumte Wahl, die die Stimmung zwischen den Anhängern der beiden Wikingerfürsten noch einmal so richtig anheizt, bringt kein Ergebnis, endet sie doch mit einem Unentschieden.
So bleibt den jungen Wikingern nur ein Weg: Sie müssen selbst zeigen, was sie können, und für ihren jeweiligen Anführer kämpfen. Im Laufe des Tages üben sich die Pfadis in verschiedenen Disziplinen - von Isomatten-Schwertkampf über Runen-Rätsel bis hin zum Met-Wetttrinken. Doch während alle gespannt auf die Auswertung warten, naht schon das nächste Unglück. Mitten in der Nacht wird die Fahne gestohlen und das einzige, was der Dieb zurückgelassen hat, ist die Kriegsrune: Das bedeutet Angriff!
Es versteht sich von selbst, dass der Zweikampf zwischen Svensson und Eriksson erstmal ruhen muss. Stattdessen werden die tapferen Wikinger als Kundschafter in die Umgebung ausgesandt, um Hinweise auf die Feinde zu suchen. Tatsächlich finden die meisten Gruppen auf ihren Wanderungen zu Leuchtürmen und Landspitzen Teile einer Karte und eines Briefes, die endlich Klarheit schaffen. Es sind die Engländer, die Haithabu angreifen und erobern wollen.
Den Wikingern bleibt nur noch ein Tag zur Vorbereitung auf den Kampf und Svensson und Eriksson wissen sofort, was zu tun ist: Nur gemeinsam können sie den Feind besiegen. Nach der Versöhnung geht es sofort an die Arbeit. In verschiedenen Workshops werden Geduld und Fingerfertigkeit geübt, Fertigkeiten, die im Kampf sehr wichtig sein können.
Und so ist es an diesem Morgen etwas ruhiger auf dem Zeltplatz, während die Pfadis Jonglieren, Schmuckstücke herstellen oder Seilbrücken bauen. Am Nachmittag steht "Training" für den Kampf auf dem Programm. Die Wikinger haben sich am Meeresstrand versammelt und genießen den Sonnenschein, der sich endlich gegen den Regen durchgesetzt hat. Das optimale Wetter, um sich in die Fluten der Ostsee zu stürzen oder am Strand im Ringen gegen Freunde anzutreten.
Abends bei der Singerunde wird dann laut mitgegrölt, um Mut für den bevorstehenden Angriff zu sammeln. Schließlich ist es soweit: Der Tag der Entscheidung ist gekommen: In einem Geländespiel rund um die Jomsburg treten die Wikinger gegen ihre Feinde an. Mithilfe eines falschen Friedensangebotes gelingt es den Engländern, einige Bewohner Haithabus als Geiseln zu nehmen, doch auch die Wikinger können einen feindlichen Spion gefangen nehmen und erfahren so, wie sie die Geiseln aus der Festung der Feinde befreien können.
Dafür benötigen sie nämlich Passierscheine, die an den Wachtürmen der Festung abgestempelt werden müssen. Und so ziehen die die Pfadis bald umher auf der Suche nach im Wald versteckten Wachtürmen und fliegenden Händlern und sind dabei immer auf der Hut vor möglichen Angreifern. Letztere schöpfen allerdings bald Verdacht und verlassen die Festung fluchtartig Richtung Strand, wo es zum entscheidenden Kampf kommt. Nach zähem Ringen gelingt es den Wikingern, die Feinde ins Wasser und damit in die Flucht zu treiben.
An diesem Abend heißt es Feiern: Bis tief in die Nacht wird gegessen, gesungen und gelacht und über den Sieg gegen die Engländer gejubelt. Am nächsten Morgen hingegen ist die Stimmung etwas gedrückt, ist doch der letzte Lagertag gekommen. In einem Lagergottesdienst treffen die Pfadis an diesem Tag zum letzten Mal auf den weisen Mönch, der bisher an jedem Morgen dem Wikinger Eriksson ein wenig mehr von seinem Glauben erzählt hat.
Nachmittags werden dann die Zelte wieder abgebaut und das gesamte Lagermaterial im Transport-LKW, der freundlicherweise von der Firma Müller & Co zur Verfügung gestellt worden war, verstaut. Als sich die Dunkelheit über die Wiesen senkt, steht dann zum Lagerabschluss noch einmal ein Höhepunkt auf dem Programm: Im Schein der Fackeln und vor dem Hintergrund des sachte rauschenden Meeres legen einige Pfadfinder und Jungpfadfinder am Strand in großer Runde ihr Versprechen ab und werden feierlich in den Stamm aufgenommen.
Früh am nächsten Morgen geht es dann mit dem Zug wieder heimwärts, obwohl viele gerne noch länger geblieben wären. Denn trotz des teilweise schlechten Wetters war es einmal mehr ein rundum gelungenes Lager mit dem Meer samt Steilküste direkt vor der "Haustür" und einer tollen Gemeinschaft. Der Dank für die schöne Zeit und die Bewahrung, die wir erleben durften, gebührt unserem Vater im Himmel.
Und wer noch immer den Lagertagen nachtrauert, der sei auf das nächste Jahr vertröstet: 2007 nämlich wird das Bundeslager der BPS stattfinden, auf dem hunderte Pfadis aus ganz Deutschland das hundertjährige Bestehen der Pfadfinderbewegung feiern werden.

tiri




















































































































 
































































































Mehr lustige Bilder könnt ihr bald unter lustige Augenblickbilder sehen!