Stammeshajk 2001 (HiHa)

Freitag, 28.09.01

Um 16.00 Uhr trafen wir - 21 hajkwütige Pfadis und Nichtpfadis - am Cratzenbacher Grillplatz ein. Nach der Begrüßung begannen einige Kundschafter einen schönen Platz im Wald zu suchen, an dem wir schließlich begannen unser Lager aufzuschlagen.
Nach ungefähr einer Stunde standen die meisten Zelte bzw. Bruchbuden. Wer wollte, konnte nun die den Grillplatz einrahmende Felswand erklimmen und so die Zeit bis zum Abendessen verbringen. Nach dem Essen gab eine Andacht zum Thema "Berge". Den Rest des Abends verbrachten wir mit Fußball spielen, Fledermäuse beobachten und Stockbrot in der Glut verkohlen.

So gegen zehn krochen wir in unsere warmen Schlafsäcke. Als dann endlich auch die letzten die Nachtruhe akzeptiert hatten, begann es im Wald zu knistern und zu knacken. Geheimnisvolle Laute waren zu hören, die aber verstummten, sobald eine Taschenlampe angeknipst wurde. Vögel flatterten über uns umher und ab und zu kamen sogar die Wildschweine etwas näher.

Samstag, 29. 09. 01

Schließlich kam dann endlich der Morgen und mit ihm die Sonne. Die Farbe der Bäume wechselte von Schwarz wieder zu grün und die ersten Pfadis guckten aus den Schlafsäcken.
Wir frühstückten gemeinsam, bauten nach der Morgenandacht die Zelte ab und wanderten los, um uns im nächsten Ort mit Verpflegung für den vor uns liegenden Marsch zu versorgen. Dort angekommen hatten wir die Qual der Wahl: "Heiße Tasse" oder Nudelsuppe? Kartoffelpüree aus der Packung oder vielleicht doch lieber Möhreneintopf?
Am Ende kauften wir eine Menge, von Kartoffelbrei über Eis bis zu Schokolade und Kaugummi, und jeder war zufrieden. Anschließend vertilgten wir ein paar unser Köstlichkeiten, nämlich 1,5 Liter Eis und zwanzig Brötchen, die eine freundliche Bäckerin uns unterwegs geschenkt hatte.

Jedoch trieben uns unsere Sippenleiter bald wieder unbarmherzig voran und ließen uns nicht rasten noch ruhen, bis wir den Eichelbacher Hof, unser nächstes Etappenziel, erreicht hatten.
Zwanzig Minuten später sah die Welt wieder ganz anders aus. Inzwischen war es Mittagszeit, und wir lagen im Gras und aßen. Nachdem wir ein paar weitere Aufgaben erledigt hatten, liefen wir weiter und stellten etwas später fest, dass wir einen großen Bogen gelaufen waren.

Wir beschlossen, uns nun einen Platz zum Schlafen zu suchen, und marschierten in den Wald hinein, geradewegs zu einer LBS - Schutzhütte (die uns das Leben gerettet hat, aber davon später). Am Rande einer großen Wiese, unter Laubbäumen, fand sich ein hügeliger, aber schöner Platz für uns. Wir begannen also, die Zelte aufzustellen............

Noch bevor wir fertig waren, begann es leicht zu regnen, und als endlich alle Konstruktionen standen, fing es an zu gießen. Nun ist ja der Vorteil im Wald, dass es, wenn es regnet, im Wald kaum nieselt, ist der Regen aber vorbei, tropft es dafür um so mehr. Doch unsere Zelte hielten, wenn auch widerwillig.
Unsere letzten Wasserreserven gingen für das Essen - welches übrigens gar nicht so übel schmeckte - drauf, sodass Jelena, Rike, Geli und ich nach unserem bescheiden Mahl nach Cratzenbach wanderten, um Wasser zu besorgen.

Wir klingelten also an der Tür irgendeines Hauses und fragten, ob man uns die Wasserflaschen auffüllen könne. Man kam dem nach - unsere Flaschen wurden in der Badewanne gefüllt....!
Als es schon dunkel wurde, kehrten wir zum Lagerplatz zurück. Nun verspeisten wir die Schokolade, machten eine große Zähneputzaktion und kuschelten uns in unsere Schlafsäcke.

Sonntag, 30. 09. 01

Mitten in der Nacht wachten wir auf - Regen trommelte auf die Zeltdächer und fand jedes noch so kleine Loch. Manchmal nickten wir wieder ein, doch an Durchschlafen war nicht zu denken. In den Morgenstunden wurden die meisten Zelte notgedrungen evakuiert und wir fanden uns in "unserer Schutzhütte" ein, die uns heldenhaft ertrug.
Bald stapelten sich auf den Bänken nasse Schlaf- und Rucksäcke, und viele feuchte Isomatten bevölkerten den kalten Boden.
Irgendwann errichteten wir mit Hilfe von zwei Plastikplanen, ein bisschen Schnur und einem Baum ein kleines Dach, unter dem wir ein Feuer entzündeten. Jetzt kochten wir Tee und Haferbrei (das Wort "Haferschleim" wird diesem köstlichen Gericht nicht gerecht!), den wir uns mit Apfelmus und Zucker versüßten.

Nach dem Frühstück räumten wir unseren Lagerplatz auf, bauten die Zelte ab, packten die Rucksäcke und liefen nach Neuweilnau los.
Zwischendurch gab es zwar immer mal Probleme mit dem Weg, aber bei unserem dritten Frühstück, konnten wir unser Ziel bereits sehen. Der Aufstieg zur Burg, wo wir die letzten Aufgaben erfüllen mussten, stellte so kein Problem für uns da. Wir überlegten uns, wie wir auf dem Grillplatz einmarschieren wollten - unser Schlachtruf war eindeutig der beste! - und uns wurde ganz feierlich zumute: Wir hatten überlebt! Ja, und dann waren wir da :

Erleichtert entledigten wir uns der dicken Rucksäcke und genossen das Gefühl, dass wir es tatsächlich geschafft hatten. Später, als alle angekommen waren, erhielten wir unsere Hajkabzeichen. Wir waren hinter Fritzis und Tobis Leuten auf dem zweiten Platz gelandet, während Detlef, Michael und Jann mit ihren Jungs den dritten Platz belegten.
Das ultimative, abenteuerliche, lustige HiHa war zu Ende, aber die erlebten Abenteuer werden uns noch bei so mancher Lagerfeuerrunde erfreuen.

Tina

HiHa : Deutsch für Hintertaunus Hajk, je nach Empfinden aber auch Himalaya Hajk.