Stammeshajk 2002 (HiHa)

Das abenteuerliche HImmelfahrts HAjk

Mittwoch, 8. Mai 2002
Wir versammeln uns um 5 Uhr an der Gemeinde und fahren Kolonne zu unserem Lagerplatz mit dem vielversprechenden Namen „Nasser Fleck". Nach einigen kleinen Problemen treffen auch wirklich alle dort ein.
Der „Nasse Fleck" liegt eingebettet zwischen hellgelb leuchtenden Rapsfeldern, dichten Wäldern, Pferdekoppeln und blühenden Apfelbäumen. Uns steht der obere Teil des Platzes zur Verfügung: Die Grasflächen sind terrassenartig angeordnet - wie ein Amphitheater; und in der Mitte liegt die Feuerstelle.
Er ist wunderschön.
Kleine Grüppchen verteilen sich über die Wiese, und schon bald sind winzige Zeltdörfer entstanden.
Wir erkunden den Lagerplatz, den wir mit einer anderen Gruppe teilen.
Schließlich gibt es Abendessen. Danach singen wir und halten Andacht. Der Abend wird lang - wir kochen Tee, streunen im Wald herum, spielen Ball oder unterhalten uns...


Donnerstag, 9. Mai 2002
Doch am nächsten Morgen geht es wieder früh los. Die ersten stehen um vier oder fünf Uhr auf, und so kommt es, dass die Gruppe, bestehend aus unserer Sippe - den Feuersalamandern - und der anderen Mädchensippe, den Steinadlern, gegen halb sieben zusammen frühstückt.
Wir werden als letztes losziehen. Deshalb lassen wir uns Zeit und bauen gemächlich unsere Zelte ab, trocknen in aller Ruhe unsere Zeltbahnen und Schlafsäcke und packen unsere Sachen wieder ein.
Um neun Uhr morgens stößt Detlef (der Jugenddiakon) zu uns. Als wir den „Nassen Fleck" verlassen, sind wir ein bisschen traurig - hier wären wir gern noch ein paar
Tage geblieben.
Zuerst haben wir noch Schwierigkeiten mit der Karte. Aber irgendwann entschließen wir uns dann für einen Weg, auch mit der Hilfe einer netten Spaziergängerin, und marschieren Richtung Tal, wo wir eine Handvoll schöner Tier- und Landschaftsfotos schießen können. Denn das ist unsere Aufgabe: Statt Jahreszahlen, Inschriften und alte Kirchen suchen zu müssen, sollen wir originelle und schöne Fotos machen - Tier-, Landschafts- und Gruppenfotos sowie Fotos von einem Sonnenauf- oder -untergang.
So marschieren wir also los. Wir laufen durch taunasse Wiesen, überqueren Straßen, wandern auf Feld- und Schotterwegen, auf kleinen Sträßchen und Waldpfaden.    
Die Landschaft ist wirklich schön, das müssen wir immer wieder feststellen. Wir kommen an Bauernhöfen vorbei und treffen jede Menge freundliche (und auch sonderbare ) Leute, und schließlich erreichen wir Maibach, das wir durchqueren. Und da es nun Mittag ist und unsere Mägen zu knurren beginnen, sehen wir uns nach einem Rastplatz um.                                              Leider hat es schon einige Streitigkeiten gegeben, weil Geli nach Meinung der einen, die vom anderen Teil der Gruppe als „fauler Haufen" bezeichnet werden, eine unerbittliche Sklaventreiberin ist. (Die Wahrheit liegt dazwischen.)
Jedenfalls einigen wir uns endlich auf einen Rastplatz, der bei einigen (später verhängnisvollen) Fischteichen liegt, und schließlich sitzen wir alle auf einem umgestürzten Baum und im Moos und essen Brot, Marmelade, Wurst, Nutella und Obst.  
Danach gehen wir gut ausgeruht weiter. Unser Weg führt zunächst an den Fischteichen entlang und durch den Wald. Es ist ein schöner Pfad; verschlungen, uneben und an manchen Stellen felsig und von Pflanzen überwuchert.
In der festen Überzeugung, bald am Ziel zu sein, kommen wir an einer Straße an, wo wir einen Fahrradfahrer fragen, wie weit es noch sei. Er deutet in Richtung unseres Rastplatzes und meint freundlich: „Etwa sechs Kilometer dort entlang...."
Das ist natürlich eine Enttäuschung. Doch wir laufen weiter, diesmal auf der anderen Seite der Fischteiche, und irgendwann sind wir an einem Hof angekommen, in dessen Nähe wir uns einen Lagerplatz suchen wollen. Bei einem Erkundungsgang durch den Wald treffen wir die „Füchse", eine Jupfisippe mit Rike und Michael, die sozusagen unsere nächsten Nachbarn sind und ihr Lager mitten im Wald aufgeschlagen haben.
Die einen wollen im Wald schlafen, die anderen wollen auf einer Wiese übernachten.  Wir finden die perfekte Lösung: Eine Lichtung am Waldrand, oberhalb von Michelbach, in Reichweite der Eschbacher Klippen, wie sich noch herausstellen wird.. Wir bauen unsere Zelte auf und heben eine Feuerstelle aus.
Detlef, der keine Zeltbahn dabei hat, baut sich eine abenteuerliche Unterkunft aus Ästen und einem umgestürzten Baum, die reichlich eng und nadelig ist.
Schließlich kochen wir unsere Tütensuppe (mitten auf dem Weg), und nachdem wir gegessen haben, besuchen wir die Füchse - und die Füchse besuchen uns.
Maiky und Isa erforschen den Weg bis zu den Eschbacher Klippen.
Gegen zehn oder halb elf gehen die Ersten schlafen. Und die Letzten? Keine Ahnung. Forschen wir lieber nicht nach....

Freitag, 8. Mai 2002
Wieder dämmert ein neuer Morgen heran. Und was für ein Morgen!
Nebelschwaden hängen wie Wattefetzen zwischen den Bäumen, und Michelbach lässt sich nur erahnen. Wenigstens aber regnet es nicht - noch nicht. Der Nebel wird mit der Sonne verschwinden.
Mit dem Frühstück und dem Abbau der Zelte lassen wir uns vieeeel Zeit, denn von Maiky und Isa haben wir erfahren: Bis zu unserem Ziel ist es nur ein Katzensprung.  
Trotzdem können wir schon gegen neun Uhr zusammen mit den Füchsen loslaufen und wir hoffen an den Klippen auf  die Grizzlys, die dort ihr Lager aufschlagen wollten, zu treffen. Als wir um cirka zehn Uhr ankommen, haben wir bereits festgestellt, dass niemand mehr an den Eschbacher Klippen ist. Wir finden aber deutliche Spuren  einer anderen Sippe (Pfadfinder erkennen so was ;-) ), die wohl hier übernachtet hat - die bereits erwähnten Grizzlys.
Nach ein paar Minuten beginnt es zu regnen. Wir verkriechen uns unter einer dichten Buche und harren geduldig und uns Unsinn erzählend aus, bis uns dämmert, wie seltsam es ist, keine anderen Sippen eintreffen zu sehen.
So schleppen wir unser Gepäck auf den Parkplatz - und siehe da: Ohne dass wir es bemerkt haben, sind die Grizzlys und zwei Gäste schon lange eingetroffen. Nur auf die Wölfe, die mit Tobi unterwegs waren, müssen wir noch warten, doch das wundert bei Tobis „Abkürzungen" keinen von uns.
Bald trudeln die ersten Eltern ein und holen ihre Kinder ab.
Für diejenigen, die noch warten, gibt es einen ‚Imbiss': Heiße Pellkartoffeln auf die Hand, wahlweise mit Grüner Soße. Als die meisten den Parkplatz schon verlassen haben, erreichen  auch die erschöpften Wölfe den Zielpunkt.

Schließlich ist auf dem Parkplatz kein Pfadfinder mehr zu sehen. Und so ist das Himmelfahrts - Hajk gerade noch mal zu Ende gegangen..............

Tina