Ein Hauch von Winnetou und Old Shatterhand

Indianerlager 1999

Es ist Mittwoch, der 13 Oktober 1999. Die Mitarbeiter des Neu-Anspacher Pfadfinderstammes "Turmfalken" sitzen erwartungsvoll vor der soeben aufgebauten Jurte im Gras. Ein warmer Wind unterstreicht die Behaglichkeit der Stille. Jemand schaut auf die Uhr . " Jetzt ist es schon drei Uhr." bemerkt ein anderer.

Plötzlich Motorengeräusch. Ein brombeerroter Vectra parkt auf Edine Rieck's Grundstück. Auf das Dach sind lange Stangen mit Wimpeln gespannt. Aus dem Auto tritt ein Mann mit Mokassins. Sein Haar ist mit einer Klapperschlangenhaut durchflochten und die Farbe seines Gesichts ist ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch. Seine edlen Gesichtszüge sind fast römisch zu nennen...

Eigentlich ist das nur Michael Frank, der mit Winnetou nur um drei Ecken befreundet ist. Und doch ist diese folgenschwere Begegnung der Beginn eines Lagers, das so schnell nicht vergessen sein wird.

Michael entpuppt sich als gewiefter Hobby-Trapper, der schon Erfahrung mit Indianerlagern hat. Unter seinem Kommando sind schnell zwei farbenfrohe Tipis aufgebaut. Dieser - den Mitarbeitern vorbehaltene Einleitungstag eines abwechslungsreichen Exkurses in die Welt der Präriejäger und Rothäute (sorry Michael), endet mit einem bunten Abend, der den Mitarbeitern keine Wünsche offen stehen lässt.

Der kommende Tag verläuft weniger ruhig als der vorherige. Scharenweise rücken Wölflinge und Jungpfadfinder an, die sich als Nachwuchsindianer behaupten wollen. Erwähnenswert sind das gute Essen und der Spaß, der nicht zu kurz kam. Größtes Projekt über das ganze Lager hinweg ist der Bau eines Lagerturmes.

Die anfänglichen Strapazen hierbei lassen allerdings vielmehr an den Turmbau zu Babel erinnern. Doch schon bald steht ein ansehnliches Grundgerüst aus vier zehn Meter hohen Stangen...
Höhepunkt des Lagers ist der " Trapperlauf ", bei dem die Jung-Indianer zahlreiche Stationen passieren müssen, um ihre Tapferkeit unter Beweis zu stellen. Hier wird der Bogen gespannt, ein reißender Fluss, an einem Seil hangelnd, überquert, geworfen, gebastelt und nachgedacht. Anschließend bekommt jeder eine Urkunde.

Abends findet man sich gesellig am Lagerfeuer zusammen, singt oder isst Würstchen und Stockbrot.
Das Lager zeichnet sich durch eine außerordentlich gute Gemeinschaft aus. Lediglich zwei gesetzlose Schufte müssen in die ewigen Jagdgründe geschickt werden. Erfreulich für die Zukunft des Stammes ist das Engagement mehrerer neuer, erwachsener Mitarbeiter: Michael Stein, Dagmar Steffen und Birgit Zöller unterstützen uns nun bei unserer wertvollen Pfadfinderarbeit.

Abschied muss am 16. Oktober genommen werden. Die edle Indianer-Mentalität jedoch wird auf ewig fortwähren. - Indianerehrenwort !

©by df.