"Jetzt ist die Zeit!" - Zehn Jahre Stamm Turmfalke


Jubiläumslager vom 22. bis 27. Juli 2005


Majestätisch kreist er über einer Wiese im Taunus, verharrt sekundenlang im Rüttelflug und stößt dann pfeilschnell auf seine Beute hinab. Was der Turmfalke nicht ahnt: Seine Nahrungssuche wird von ungefähr vierzig jungen Zweibeinern durchaus mit Interesse beobachtet, die seinen Namen teilen. Vermutlich würde es ihn aber auch relativ kalt lassen, wenn er es wüsste. Die vierzig Pfadfinder des Stammes Turmfalke Neu-Anspach freuen sich dafür umso mehr, ihr Stammestier ausgerechnet auf ihrem Jubiläumslager zum zehnjährigen Bestehen aus nächster Nähe beobachten zu können.
Sechs Tage lang schliefen, aßen, sangen und spielten sie auf einer zwischen Feldern und Wald gelegenen Wiese bei Usingen. Zwischen den knorrigen alten Obstbäumen standen die Kohten und Jurten der einzelnen Sippen; aus manchen Zelten stieg Rauch auf, an den Abspannschnüren trockneten Handtücher vom letzten Besuch des nahe gelegenen Hattsteinweihers. Neben viel freier Zeit zum Schwimmen, Fußball spielen und Faulenzen erwartete die Teilnehmer auf dem Lager ein buntes Programm:
Bei einem Stationslauf konnten die einzelnen Gruppen die Highlights der letzten zehn Jahre nachempfinden, wobei es zum Teil knifflige Aufgaben zu lösen galt. Ein Geländespiel forderte Kreativität und Organisationstalent heraus - am eigenen Leibe mussten die Sipplinge erfahren, was es heißt, einen Stamm zu gründen und was dabei alles zu bedenken ist. Durch den Aufbau eines Miniatur-Lagers, verschiedene Schulungen und den Erwerb von Werkzeug, Musikinstrumenten oder Zeltbahnen versuchte jeder neu gegründete Stamm, so viele Kinder wie möglich anzulocken, denn am Ende entschied die Stammesgröße über den Sieg.
Am Sonntagmorgen fand sich ein großer Teil der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Neu-Anspach auf dem Lagerplatz zum Gottesdienst ein. Am Tag zuvor hatten die Pfadfinder in Workshops den Lobpreis, ein Anspiel und die Moderation vorbereitet, und so war der Gottesdienst, der genau wie die Andachten und Bibelarbeiten des Lagers unter dem Thema „Vertrauen" stand, dann auch ein voller Erfolg. Im Anschluss hatten die Gottesdienstbesucher Zeit, das Lager zu erkunden und mit den Pfadis zusammen Zitronentee - neben dem Tschaj das Lagergetränk schlechthin - zu trinken.
Doch die Gemeindemitglieder waren nicht die einzigen Gäste auf dem Lager. Viele ehemalige Mitarbeiter des Stammes waren zum Teil von weit her angereist, um entweder das ganze Lager oder doch zumindest den extra angesetzten „Ehemaligen-Abend", bei dem alte und junge Turmfalken bei Tschaj und Fahrtenliedern rund ums Lagerfeuer saßen und in Erinnerungen schwelgten, mitzuerleben.
Den Höhepunkt des Lagers aber bildete der feierliche Jubiläumsabend. Während die Sipplinge auf einer Tageswanderung die nähere Umgebung erkundeten, waren die Sippenführer eifrig am Holz hacken, Obst schneiden und Fleisch braten: Die Vorbereitungen für das abendliche Buffet und das Abschlussfeuer waren im vollen Gange. Als schließlich alle Pfadfinder wieder auf dem Lagerplatz eingetrudelt waren, wurde ein letztes Mal die Lagerglocke geläutet und das leckere und üppige Buffet war eröffnet. Bei der reichen Auswahl an verschiedenen Salaten, Hähnchenschenkeln, Fleischbällchen und verschiedensten Obstsorten fiel es niemandem schwer, sich den Bauch vollzuschlagen.
  Nach dem Essen folgte ein buntes Programm mit Beiträgen der einzelnen Sippen, der Siegerehrung der vorangegangenen Spiele sowie der Versteigerung der Fundsachen. Auch das Singen kam natürlich nicht zu kurz. Und schließlich, als sich die Dunkelheit schon über das Lager gesenkt hatte, wurde mit einer riesigen brennenden Zehn noch einmal dem Anlass des Lagers gedacht. Damit war nicht nur das Ende des Abends, sondern auch das Ende des Lagers gekommen.
Schon am nächsten Morgen wurden die Zelte abgebaut und jeder der Pfadfinder kehrte nach Hause zurück. Vergessen werden wir das Lager aber nicht nur wegen des besonderen Anlasses nicht so schnell. Hinter uns lagen sechs Tage mit - dachte man an die furchtbaren Vorhersagen und die schwarzen Wolken am Horizont zurück - genialem Wetter und einer sehr guten Gemeinschaft unter den Turmfalken. Gott hat uns wieder einmal gezeigt, dass er seine Hand über unseren Stamm und unsere Aktionen hält und dass wir uns auch auf die nächsten zehn Jahre mit ihm an unserer Seite freuen können.
Und während die Pfadfinder längst schon wieder in der Zivilisation angekommen sind, kreist der Turmfalke vermutlich immer noch seine Bahnen über den Wiesen um Usingen, ganz so, als wäre nichts gewesen...

tiri







Gif-Animationen:

Beamter Annika in Aktion! >>Achtung 556KB groß!!<<

Döneressen mit Tobi! >>Achtung 331KB groß!!<<



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