Weilburglager 2000

Kanulager 2000

Der Kalender zeigt den 21. 6. 2000 an. Es ist Zeit für die Abfahrt zum Jugendzeltplatz in Weilburg. Hier findet wie gewöhnlich die ultimative Kanufreizeit statt. Zuvor allerdings muss der Weg zum Zeltplatz gefunden werden .... Für Einige ist das Routinesache, für andere eine ungewohnte Tortour.

Die schlimmsten Flüche zurückhaltend, treffen alle Fahrer gegen 16 Uhr Nachmittag ein und laden scharenweise Kinder und Jugendliche aus. Vor dem Sprung ins seichte Lahngewässer ist allerdings Jurtenaufbau angesagt. Schnell sind noch ein paar Kohten aufgebaut, damit auch wirklich jeder seinen Schlafplatz sichern kann. Danach bleibt noch genügend Zeit, um auf Autoschläuchen die Lahn auf und ab zu paddeln.

Für die Älteren stehen sogar drei Kajaks bereit. Gegen Abend finden sich alle wieder am Lagerfeuer zusammen um neben Stockbrot und Marshmallows auch die fröhliche Atmosphäre zu genießen, bis nach und nach immer mehr schwarze Schatten den Weg in ihr dunkles Zelt suchen. Nur noch vereinzelt hört man gedämpfte Gitarrenakkorde vom Lagerfeuer her. Ein paar Mitarbeiter sitzen dort und unterhalten sich leise. Der Rest schläft schon längst. (Das glaubt ihr doch wohl selbst nicht ?!)

Am nächsten Morgen lebt jeder noch und ist kräftig genug am Geländespiel teilzunehmen das schon früh beginnt. Gleich nach einem interessanten "Aerobic-Fitness-Bewegungs-Lobpreis" werden Kleingruppen gebildet, die nur mit Karte und Kompass bewaffnet irgendwo im Umkreis von einigen Kilometern ums Lager ausgesetzt werden. Nun heißt es, den Rückweg zu finden. (Was schwer ist, wenn man auf der Autohinfahrt die Augen verbunden hatte).

Über Stock und Stein bahnt man sich jetzt einen Rückweg. Egal wie lang man braucht: Auf alle Fälle wartet schon ein Mittagessen auf die Abenteurer.
Und doch gab es eine Gruppe (Mädchen), die plötzlich anstatt am Lagerplatz auf der gegenüberliegenden Lahnseite auftauchte und selbst nicht wussten wieso und warum...

An diesem Punktwurde Knobelei Und höhere Mathematik gefragt: Wie bekomme ich eine Gruppe Von mehreren scheuen Mädchen im Alter von 9-14 Jahren über einen Fluss an dessen gegenüberliegender Seite 2 Kajaks vorhanden sind. (1 Kajak fasst 1 Mensch) ? Die Lösung kann bei uns abgeholt werden.

In der heutigen Andacht wird noch Bekanntschaft mit Barnabas und Paulus gemacht, die sicher gefährlichere Abenteuer-Missionsreisen unternommen haben. Genauso gefährlich prasselt dann in der Nacht der Regen auf das Jurtendach. Doch unsere Jurte hat schon so manchem Unwetter getrotzt. Unsere Gebete für das Wetter werden am nächsten Tag erhört. Das Wetter bessert sich an diesem Schlüsseltag der Kanufreizeit.

Heute gilt es, schon früh zum Bootsverleih zu wandern und die Kanus zu mieten, die dann kurz danach das Lahnwasser verdrängen. Die Kanufahrt stellt den Höhepunkt des Lagers dar und stillt alle Bedürfnisse der Kanufahrer: Sei es, der Schnellste oder der Nasseste zu sein; Sei es, dass man seine technische Geschicklichkeit im Umgang mit Kanus demonstriert oder diese ganz bewusst vergisst.

Was auch immer, hier kommt jeder auf seine Kosten. Durch zahlreiche Schleusen hindurch nimmt die Wasserfahrt den Weg bis nach Villmar, wo die Kanus dann abgegeben werden und die Zugrückfahrt beginnt.
Die Zwischenstopps während der Kanutour sind dazu gedacht wider Power aufzuladen. Hierzu werden Monsterkekse , Würstchen, Obst usw. verteilt. Der Tag klingt mit einer freien Zeit aus, die vielseitig genutzt werden kann.

Für ungewollte Stimmung sorgt einer unserer „Kandidaten“ indem er jemandem das Gesicht mit Kohle schwärzt. Somit wird eine verheerende Kettenreaktion des “schwärzelns“ ausgelöst, die in einem Massenwaschgang endet. Diese und andere Szenen wurden sogar gefilmt. Ja und irgendwann wacht man dann am nächsten Tag auf und will gar nicht begreifen, dass vier Tage so schnell vergehen können. Nach dem Abbau können wir nur tröstend sagen: Die Tradition wird der Kanufreizeit wird sich nächstes Jahr wiederholen oder kurz: Fortsetzung folgt.

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