Pfingst-Mädchen-Lager 2003


Am 6.6. 2003 kamen bei strahlendem Sonnenschein acht Mädchen unseres Stammes in Hunoldstal auf einem Schotterplatz nahe der Blockhütte zum ersten Pfingst-Mädchen-Lager zusammen. Obwohl wir leider nur eine recht kleine Truppe waren, hatten wir uns für die vier Lagertage einiges vorgenommen.
Als erstes mussten natürlich die Zelte aufgebaut werden, und schon tauchten die ersten Probleme auf: Es fehlte eine Seitenstange für die Jurte und eine Kohtenbahn war spurlos verschwunden. So schnell wie möglich besorgten wir Ersatz für die fehlenden Teile und schon bald begannen die einen, an unserer Gemeinschaftsjurte und den beiden Schlafkohten zu knüpfen, andere holten die Zeltstangen aus dem Wald oder steckten die Standorte für unsere drei Zelte mit Heringen ab. Bis dann tatsächlich alle Zelte standen war es dämmrig geworden. Mittlerweile war auch Anne Firus aus Hannover eingetroffen, die mit uns die Pfingsttage verbringen wollte. Ums Feuer versammelt nahmen wir unser spätes aber verdientes Abendbrot ein und sangen dann gemeinsam Fahrtenlieder, bis die Müdigkeit uns in die Schlafsäcke trieb.
Am nächsten Morgen fanden wir in der Jurte ein paar brennende Kerzen. Wer die dort wohl platziert hatte? Stand uns etwa ein Überfall bevor? Doch es blieb keine Zeit, sich viele Gedanken zu machen, denn nun standen Frühstück, eine Andacht und anschließend Lagerbauten auf dem Programm. Die Sonne glühte so heiß am Himmel, dass sich die meisten lieber in den kühlen Wald verzogen um dort einen Werkzeugständer und ein Lagerregal zu bauen, den Donnerbalken etwas komfortabler zu gestalten oder Feuerholz zu machen. Trotzdem war nicht zu verhindern, dass manch einer einen Sonnenbrand davontrug. Nach dem gemeinsamen Mittagessen freuten sich denn auch alle auf das erfrischende Dorfweiler Schwimmbad, das wir am Nachmittag besuchen wollten. Der Weg dorthin war jedoch schwieriger als erwartet, denn um ihn zu finden, mussten verschiedene Hinweiszettel gesucht und einige knifflige Rätselaufgaben gelöst werden. Doch schließlich trafen alle schweißgebadet an der Familienferienstätte ein, wo Kerstin und Annika schon auf den Rest der Gruppe warteten. Nach der verdienten Abkühlung im Schwimmbecken gab es dann als Stärkung noch ein Eis für jeden, schließlich war der Rückweg genauso anstrengend wie der Hinweg.
Den Abend verbrachten wir wieder am Lagerfeuer, doch heute gab es außer Liedern auch Marshmallows und Stockbrot. Gemeinsam beschlossen wir, in dieser Nacht Wache zu halten, es könnte ja sein, dass wir tatsächlich überfallen würden. Nachdem die Schichten eingeteilt waren gingen alle, die noch keinen Dienst hatten zu Bett. Die ganze Nacht hindurch hielten die Nachtwächter für die Schlafenden die Augen offen, starrten in die Dunkelheit und lauschten nach verdächtigen Tönen. Als das erste Sonnenlicht den Himmel im Osten heller werden ließ, war es soweit. Die Nachtwächter hatten ein paar schleichende Gestalten ausgemacht, die sich dem Lager näherten. Sofort wurde die Alarmglocke geläutet und alle fuhren müde, aber gespannt aus den Schlafsäcken. Die Angreifer flüchteten in den Wald, doch nach langer Suche und einer Verfolgungsjagd durch Wald und Wiesen gelang es Kerstin schließlich, die Angreifer zu stellen, natürlich einige Jungen aus unserem Stamm.
Erschöpft legten wir uns wieder aufs Ohr, um bis zum Morgen noch etwas Schlaf zu bekommen, wir wollten im Pfingstgottesdienst schließlich nicht einschlafen.
Nur wenig später quälten wir uns dann ein zweites Mal aus den Kohten, frühstückten schnell und suchten dann unsere „Taxis", die uns zum Gottesdienst nach Neu-Anspach brachten, auf.
Nach dem Gottesdienst organisierte Edine für jeden eine Mitfahrgelegenheit, sodass zum Mittagessen wieder alle gut im Lager eingetroffen waren. Nachmittags hatten wir eigentlich auf dem Pferdskopf abseilen gehen wollen, doch wegen der Hitze stimmte die Mehrheit dagegen und wir besuchten stattdessen ein weiteres Mal das Dorfweiler Schwimmbad. Als es später erst anfing zu regnen und dann auch noch Blitze den Himmel erhellten und Donner grollte, stellte sich diese Entscheidung als richtig heraus. Während es also draußen in Strömen regnete, vergnügten wir uns drinnen
mit einem Wasserballspiel und verspeisten anschließend unseren mitgebrachten Kuchen.
Erst als die Sonne wieder zaghaft zwischen den Wolken hervorschaute, wagten wir, uns auf den Heimweg zu machen. Am Lagerplatz angekommen mussten wir feststellen, dass eines der Kohtendächer aufgeweht worden war und einige Sachen nass geworden waren. Doch das störte uns zunächst wenig. Als ein erneuter, viel heftigerer Regensturm unser Lager heimsuchte, räumten wir die Kohte ohne Dach und verkrochen uns alle in der Jurte. Es schüttete bald so stark, dass sich überall auf dem Lagerplatz Pfützen bildeten und von außen drang Wasser in die Jurte ein, in der man bald kein trockenes Plätzchen mehr fand. Alle Sachen wurden in der Jurte auf Bänken gestapelt und auch die zweite Kohte, die mittlerweile ebenfalls überflutet war, musste geräumt werden. Ein Vorauskommando bereitete die Blockhütte auf den Ansturm acht nasser Mädchen samt Gepäck vor und schließlich war es soweit: Wir evakuierten die Zelte und zogen in die Hütte, in die wir nur geradeeben alle hineinpassten. Nach der Umräumaktion versammelten wir uns alle in der Jurte, in der schon ein Feuer loderte und eine warme Suppe bereitstand, um unsere leeren Bäuche zu füllen. Schon früh gingen wir an diesem Abend ins Bett, müde von den Strapazen der letzten Nacht. Am nächsten Morgen schliefen wir dann auch ein wenig länger, bis wir uns an den Abbau machten. Zum Glück kamen uns Edine, Tobi und Christian zu Hilfe und um viertel nach zwölf war alles abgebaut und verpackt. Die ersten Eltern kamen, um ihre Kinder abzuholen und schon bald zeugte auf dem noch regennassen Schotterplatz nichts mehr davon, dass hier noch einige Minuten zuvor einige Pfadfinder für vier Tage ihr zu Hause gehabt hatten.
Trotz des Regenschauers am letzten Abend hatten wir eine schöne gemeinsame Zeit und werden Annes Einladung nach Hannover hoffentlich bald annehmen können.
by tiri