Schatten über Thyamon - Großes Geländespiel vom 18. - 21.8.2003


Wir schreiben Montag, den 18. August. Auf einer Wiese nahe Hunoldstal haben sich die drei Stämme Thyamons samt ihrer Anführer, den Söhnen des Königs, versammelt. Plötzlich kommt der Leibarzt des Königs herbeigeeilt. Aufgeregt ruft er: „Er stirbt! König Xandres stirbt!" Sofort stürzen die 17 Teilnehmer des großen Geländespiels „Schatten über Thyamon" zum Bette des Königs. Mit schwacher Stimme nimmt der greise König Abschied von seinem Volke. Doch gerade, als er seinen Nachfolger verkünden will, erstirbt seine Stimme und er fällt zurück in seine Kissen. Der Leibarzt kann nur noch den Tod Seiner Majestät feststellen. Als das Testament unauffindbar bleibt, bricht zwischen den Stämmen Streit aus. Wer soll die Nachfolge Xandres antreten? Diese Frage soll in den nächsten Tagen geklärt werden.
Doch erst einmal ziehen die Stämme in ihre Siedlungsgebiete rund um Hunoldstal und Brombach, schlagen dort ihre Lager auf und suchen unter ihren Zeltbahnen Schutz vor dem heftigen Regen. Am nächsten Morgen sind alle wieder recht früh auf den Beinen und machen sich auf den Weg zum Marktplatz Thyamons. Dort haben bereits zwei Händler und eine Glücksspielerin ihre Stände aufgebaut und ein Bettler bittet um eine milde Gabe. Die Frage, sich alle stellen, lautet: Was muss ich tun, um Herrscher über Thyamon zu werden? Doch eine direkte Antwort auf diese Frage bekommt keiner. Allerdings sind sich alle darüber einig, dass es nicht schlecht wäre, erst einmal irgendwie an Geld zu kommen. Mit riskanten Spielen versuchen einige, ihr Geld bei der Glücksspielerin Esmeralda zu vermehren, andere erkaufen sich beim Reisenden Informationen darüber, wo sich in der Nähe Rohstofflager befinden, die natürlich sofort aufgesucht und geplündert werden. Neben den wertvollen Diamanten dienen in Thyamon nämlich auch Korn, Lehm, Holz und Wolle sowie Lebensbändchen gegnerischer Stämme als Zahlungsmittel. Letztere sind allerdings nicht leicht zu ergattern, denn alle Gruppen sind vor ihren Feinden auf der Hut, wenn sie sich außerhalb des sicheren Marktplatzes bewegen. Trotzdem kommt es an diesem und den folgenden Tagen zu einigen Überfällen und Gemetzeln.
Doch neben der Kampfesstärke scheint auch das Auftreten der Gruppe wichtig zu sein, denn der Reisende rät den Stämmen, sich ein prächtiges Banner anzufertigen, das eines Königs würdig ist. Stoffe und Nähzeug gibt es natürlich bei den Händlern, bei denen schon bald die Kassen klingeln.
Auch die Nahrungsmittel für die Mahlzeiten müssen vom eigenen Geld erstanden werden, und so dauert es seine Zeit, bis endlich Nudeln und Tomatensoße über dem Feuer köcheln.
Nach dem Mittagessen gibt es eine große Versteigerung. Da das Testament immer noch nicht zu finden ist, werden die persönlichen Gegenstände des Königs an den Meistbietenden vergeben. Doch welche der Gegenstände sind für Thronanwärter hilfreich, welche vollkommen unnütz? So ersteigern die Stämme dann auf gut Glück eine alte Glocke, die Bibel Seiner Majestät, die Fahne Thyamons, einige alte Schlüssel und jede Menge Krimskrams. Eine Gruppe hat es durch geschicktes Tauschen der Rohstoffe, deren Wert sich ständig ändert, bereits zu bescheidenem Reichtum gebracht. Als die Sonne weiter gegen Westen wandert, schließen die Händler ihre Stände, und die Stämme kehren in ihre Lager zurück.
Schon am nächsten Morgen versammelt sich das Volk Thyamons wieder auf der Wiese des Marktes. Zwar musste ein Stamm den Verlust zweier Mitstreiter beklagen, doch jagen die Übriggebliebenen noch immer ihrem Ziel, der Krone von Thyamon, nach. Und um dieses Ziel zu erreichen, so rät der Reisende, sollte jeder Stamm seine Stärke durch den Bau eines Gebäudes beweisen. So entstehen im Wald rund um den Marktplatz innerhalb kürzester Zeit ein Krankenhaus mit Bett, Trage und Erste-Hilfe-Kasten, ein Saal für Thyamon, vor dem sofort die Flagge des Landes gehisst wird, sowie eine Waffenschmiede, in der aus Pappe Schutzschilder hergestellt werden und Tannenzapfen als Wurfgeschosse lagern. Der Bau wird jedoch immer wieder durch die Überfälle eines mysteriösen schwarzen Ritters unterbrochen, der in der Gegend sein Unwesen treibt.
Am Nachmittag ruhen dann die Kämpfe und die Stämme erholen sich im Schwimmbad der Dorfweiler Familienferienstätte, bevor sie in ihre Siedlungsgebiete zurückkehren.
Dort erwartet alle Gruppen an diesem Abend eine böse Überraschung: Die einen werden vom schwarzen Ritter und seinen Helfern überfallen, die anderen, die ihr Lager mittlerweile zusammengelegt haben, machen Bekannschaft mit einem Jagdpächter, den sie erst für den schwarzen Ritter halten und deshalb von Ferne verhöhnen.
Eine weitere Überraschung erleben die Gruppen, als sie am nächsten Morgen den Marktplatz erreichen: Von den bunten Ständen der Händler ist nichts zu sehen, nur der Bettler liegt dort verwundet am Boden. Die Händler, die Glücksspieler und der Reisende steckten mit dem schwarzen Ritter unter einer Decke und hätten den Markt geplündert und ihn verwundet zurückgelassen, erklärt er den Bewohnern Thyamons. Gemeinsam wird beratschlagt, was nun zu tun ist. Man beschließt, dass man sich gegen die schwarze Macht verbünden muss, und bringt den Bettler sofort ins Krankenhaus. Dann bewaffnen sich alle mit Schild und Tannenzapfen und stürmen den Berg hinauf, von dem der schwarze Ritter und seine Gefolgsleute die Stämme verhöhnen. „Kommt doch, wenn ihr euch traut!" rufen sie oder „Nieder mit Thyamon!" Doch das Rufen wird ihnen bald vergehen, denn so etwas lässt sich das tapfere Volk von Thyamon nicht gefallen. Bald prasseln Tannenzapfen auf die Schilder des Ritters und seiner Leute, die nach einiger Zeit den Rückzug in ihre Festung antreten. Dort verschanzen sie sich hinter einem Erdwall, doch bald haben sie keine Munition mehr. Da gibt der Bettler das Signal zum Sturm der Festung. Der Erdwall wird überrannt, der Ritter und seine Anhänger gefangen genommen. In der Festung findet man eine Truhe mit drei Schlössern, die man in den Saal Thyamons bringt. Als man endlich die richtigen Schlüssel gefunden hat, findet der Bettler in der Truhe das Testament, das so lange verschollen war. Darin erzählt Xandres die Geschichte seines ältesten Sohnes Aurelius, der von dem schwarzen Ritter, dem Neffen des Königs, im Alter von zwei Jahren gefangen genommen wurde und der nach seiner Flucht unerkannt und unwissend als Bettler auf dem Marktplatz Thyamons lebte. Dieser Aurelius soll der neue König Thyamons werden. Zwar murren die Stämme etwas, als sie den Bettler als neuen König akzeptieren sollen, doch werden sie so gleich für ihren tapferen Kampf belohnt und erhalten das Silberabzeichen des Geländespiels. Außerdem wird die Gruppe geehrt, die beim Spiel die meisten Punkte machen konnte. Es sind natürlich die Rohstoffspekulanten, die viel mehr Geld als alle anderen ansammeln konnten.
Nach einer Abschlussrunde wandern die Stämme gemeinsam zur Jammerhecke, wo die Kämpfer schon von ihren Eltern in Empfang genommen werden. Trotz der geringen Teilnehmerzahl hatten alle viel Spaß, das Wetter war die meiste Zeit gut und so manch einer hätte sich gewünscht, noch länger in Thyamon zu verweilen.
  
by tiri