SiFüx in und um Hunoldstal


30.04 bis 03.05.2009

Vierzehn Turmfalken gingen Anfang Mai gemeinsam mit Pfadis aus Ingoldstadt durch die "harte" Sippenführer-Schule von Tobias Rieck und Mantshy. Der erste Teil unseres Tages erinnerte mich irgendwie an Dornröschen. Verschlafen haben wir zwar nicht, doch ging es irgendwie später los als geplant. Bei zunächst grauem Regenwetter bauten wir in zwei Workshops vormittags eine Jurte und einen Kochtisch auf. Nach dem Mittagessen teilte sich die Gruppe in zwei Hajk-Sippen auf, die die nächsten zwei Tage gemeinsam verbringen sollten. Sofort gingen beide Gruppen daran, die Hajk-Aufgaben zu verteilen. So gab es auch in jeder Sippe einen Chronisten. Hier folgen nun Auszüge aus ihren aufschlussreichen Berichten.

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Hajk-Chronik der "Wildpferde":
Donnerstag, 30.03.2009: "Nachdem wir [...] uns gestärkt hatten, trafen wir, die wir noch immer namenlos sind, das erste Mal als Sippe zusammen. Nach einigen überlegungen wählten wir Alex als unseren Kornett und jeder Sippling übernahm die Verantwortung für einen Bereich. Nun ging jeder seinen Aufgaben nach und so konnten wir bald für unser Hajk packen und waren abmarschbereit.
Bevor es losging kamen wir noch einmal zusammen, um GOTT ganz bewusst in den Mittelpunkt zu stellen. In Mantshys Andacht ging es zunächst um einen Pfadfinder, der sich ohne Messer irgendwie nackt oder unvollständig fühlt. Genauso wichtig soll für uns GOTTES Wort sein, das in der Bibel sogar mit einem Schwert verglichen wird. So ergab sich für uns der Auftrag, jedes Mal an GOTT zu denken, wenn wir unser Messer benutzen.
Zusätzlich zu unserem Hajk-Gepäck bepackte uns Mantshy noch mit allerlei Aufträgen [...]. Nun ging's endlich los – raus ins Grüne bzw. rein in den Wald. Tobias S., unser Kartograph, führte uns auf sicheren Wegen. Doch es kam, wie es kommen musste – wir nahmen eine Abkürzung. So ging es den (Steil-)Hang hinunter, direkt ins Dornengestrüpp – womit wir wieder bei Dornröschen wären. Wir stapften über Dornen und äste und fanden einen rätselhaften Knochen. Wer weiß, vielleicht gehörte er einst einem rätselhaften Prinzen, der auf dem Weg zu Dornröschens Schloss kläglich scheiterte. "Den Damen zuliebe", wie Philip bemerkte, sahen wir den von weiteren Abkürzungen ab. Auf unserem weiteren Weg hatten wir noch viele interessante Begegnungen: Ein toter Baum, der eindeutig nicht in den Wald passte, ein Damen-Rennrad-Team, dem vor allem Tobias R. seine Aufmerksamkeit widmete, und schließlich unsere Nachkömmlinge, die wir um 17.05 Uhr trafen. Um 17.40Uhr erreichten wir unseren Lagerplatz, wo kurz danach auch die "Sibirischen Tiger" eintrafen. Wir stärkten uns mit einem Snack. Danach machten wir uns gleich an die Arbeit und bauten zwei Lokomotiven und fünf Kröten auf. Tobias R., Frank und Mario erschufen die Hochkröte, in der drei Personen Platz finden. Nachdem das Feuer schön brannte, kochten die Kochmeister Kartoffelbrei mit Speck und Wildkräutern. Lecker! [...] Es begann leicht zu regnen, doch GOTT behütete uns vor einem größeren Schutt. Die Nacht war kühl, doch nach einigen Stunden funkelten die Sterne und alle schlummerten friedlich.
übrigens sind wir inzwischen die "Wildpferde".
Freitag, 01.05.2009: Steil bergauf ging es für uns heute als Sippe – auf ganz unterschiedliche Weise. Schon früh morgens badeten einige im Bach und nach einer Portion Haferschleim mit integriertem Vortrag von Mantshy hielten Kathy und Dorea die Morgenandacht. Nach dem Aufräumen ging es direkt in den Sonnenschein und schon wurden wir kreativ. Die Komposition unseres Schreis ging schnell voran, wobei Frank sein Wiehern zum Besten gab und Vera der Vorschreier war. Während einer Pause sahen wir ein Reh, das wir fangen und in unsere Chronik kleben wollten. Doch leider war es zu schnell. Hiernach näherte sich uns ein Pferd, das uns offenbar für Tiger hielt, denn es wollte partout nicht an uns vorbei. Ab Finsterntal erklommen wir einen Steilhang nach dem anderen. Schließlich mussten wir uns entscheiden, ob wir noch auf den Pferdskopf wollen. Es kam zu einer demokratischen Abstimmung, die leider sehr undemokratisch übergangen wurde. Zum Glück kam es – oben klatschnass angekommen – zu einer offenen Aussprache. Und so ging es auch mit uns als Gemeinschaft steil bergauf. [...] Es ging weiter nach Dorfweil, wo wir von einem netten, älteren Ehepaar mit Getränken und "ärztlich" versorgt wurden. Mit frischen Wasservorräten erreichten wir die Jagdhütte in Arnoldshain. Nach Aufbau und Essen (asiatischer Nudeltopf) folgten noch Vorträge. [...] Den Tag beschloss Tabea mit einer Andacht. Während einige noch am Lagerfeuer sangen, krochen die anderen in ihre warmen Schlafsäcke. Ein Gewitter, das uns immer wieder bedrohte, wurde einfach weggebetet. Es war ein anstrengender Tag, aber die Nacht wurde dafür umso erholsamer und ein Käuzchen sagte uns "Gute Nacht".
Samstag, 02.05.2009: Der Specht hämmerte uns aus dem Schlaf und nach unserem Haferschleim hielt Lea eine Andacht. [...] Frisch und motiviert starteten wir mit unserem Schrei die letzte Etappe. [...] Die Stimmung bei uns "Wildpferden" war gut und wir freuten uns [am Ende], dass alle das Hajk (halbwegs) gut überstanden haben. In diesem Sinne...
"Schnellen Hufes! Großen Mutes! Wildpferde haben Wind in der Mähne!
Wiiieher Brrrr, Galoppedihoppedi!"
Vera, Alex, Tobias S., Darian, Philip, Frank, Tobias R., Kathy, Dorea und Chronistin Katrin

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Hajk-Chronik der "Sibirischen Tiger"
1. Tag: [...] Endlich sollte es losgehen. Die Rucksäcke waren gepackt, alles Zeug verstaut. Nur die Albigenser fehlten. Doch endlich waren sie da und das Abenteuer konnte beginnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Karte richtig zu lesen, schafften wir es dennoch, unseren Pfad zu finden. Unterwegs an herrlichen Tälern vorbei brach natürlich die Diskussion über unseren Sippennamen aus. [...] Die Wahl fiel zur Freude aller auf den Namen "Sibirische Tiger". Nachdem wir die Diskussion endlich beendet hatten, drängte unser Kornett Lea, einen Ruf zu entwickeln.
Auf unseren Irrwegen im Wald stießen wir plötzlich auf ein Eisentor, welches uns unüberwindbar schien. Nach langem Hin und Her und argen Gewissensbissen betraten wir dennoch das vor uns liegende Grundstück durch eine kleine öffnung im Zaun. Vorbei an Sauerampfer, Löwenzahn und Klee, die wir mit Genuss probierten und für den Abend zum Verzehr sammelten, trafen wir endlich wieder auf den richtigen Weg. Es dauerte nicht mehr lange, da trafen wir endlich auf unserem ersten Lagerplatz ein.
2. Tag: 7 Uhr, der Hahn krähte. Alles wachte so langsam aus den Zelten auf. Nur ein paar Harte wuschen sich mit freier Brust im Bach (Tobi, Frank & Mario). Das Feuer brannte und das Frühstück war bereit. Unsere Zeremonienmeisterin sprach das Gebet und wir ließen es uns schmecken! Nach einem kurzen Anspiel zweier Mädels, "Zwillinge im Mutterleib", wuschen wir unser Geschirr, bauten die Kröten ab und machten uns auf, einen neuen Pfad zu entdecken. Die Sonne schien! Während unserer Wanderung wurden wir begleitet von vielen Fahrtenliedern und ebenso vielen Pausen.
Während einer Pause auf einem Berggipfel übten wir das Lesen von Karte und Kompass. Vor uns lagen der Pferdskopf und der große Feldberg. Nach vielem Auf und Ab kamen wir endlich in Schmitten an, wo uns eine nette Finnin unsere Wasservorräte auffüllen ließ. Sie war selber einmal Pfadfinderin und brachte uns bei, wie man "Allzeit bereit" auf Finnisch sagt: "Eine Walnuss"!!!
Weiter auf Fahrt fanden wir endlich unseren Ruf:
Jungs: "sibi sibi sibi sibi sibi ..."
Gleichzeitig: Mädels: "risch, risch, risch, risch ..."
Kornett: "Tiger!"
Alle: "Pau-Ha!"
200 m vor unserem Tagesziel, der Jägerhütte, machten wir eine zweistündige Pause samt Reflexionsrunde. Nachdem wir die Erkundung der Umgebung unseres Lagerplatzes hinter uns hatten, fingen wir an mit Lagerbauten und Kochen. Es gab herzhafte Nudelsuppe, die dem ein oder anderen Pfadfinder ETWAS zu scharf wurde.
Während einer gemütlichen Lagerfeuerrunde besprachen einige die [...] Pfadfinderpädagogik, während andere sich mit der Wölflingsarbeit befassten. Wir ließen den Abend mit ein paar Pfadfinderliedern ausklingen, bis auch die Letzten in ihren Kröten verschwunden waren.
3. Tag: Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Aufstehen schafften es dennoch ein paar Leute, den Frühsport einzuhalten (Mario & Björn). Die Rucksäcke waren gepackt und alle waren motiviert, sich den letzten 5 km auszusetzen. Doch alles kam anders – Wir wurden gefahren! So konnten wir mehr Zeit der Ausbildung widmen. Damit waren wir am Ende unseres Hajks.

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Es gäbe natürlich noch viel mehr von diesem Wochenende zu berichten, denn die Schulung war nach dem Hajk nach lange nicht zu Ende. Fest steht, dass wir eine tolle Zeit hatten, in der wir viel gelernt und gearbeitet haben. Wir danken allen, die uns dabei unterstützt haben, vor allem Tobias R. und Mantshy!

Katrin