Silvesterfreizeit 2004/2005
„Kuckuck, kuckuck!“ rufts aus dem Wald ...

Es begann an einem trüben Dezembermontag Ende des Jahres 2004.  Wir - zehn Mitarbeiter unseres Stammes und zwei ehemalige -  versammelten uns mitsamt Gepäck und Reiselust um 11.30 Uhr auf dem Parkplatz der Gemeinde, um die Reise zur diesesjährigen Silvesterfreizeit im Bayerischen Wald anzutreten, wo uns bis zum Neujahrstag ein Ferienhaus beherbergen würde. Und es gelang uns in der Tat, alles und jeden irgendwo in den drei  Autos unterzubringen. Nachdem wir zunächst nach mehreren Stunden Autofahrt in einem Supermarkt das Nötigste eingekauft hatten, erreichten wir dann auch wohlbehalten unser Ziel - wir mussten nur leider feststellen, dass wir wegen des Schnees nicht bis vor das Haus fahren konnten und deshalb all unsere Habseligkeiten (um das „schönste deutsche Wort" auch hier einmal unterzubringen) den steilen Berg hoch schleppen mussten. Davon einmal abgesehen gewannen wir unsere Behausung jedoch schnell lieb; wir hatten vier wahrhaftig mit Betten ausgestattete Schlafzimmer, einen Aufenthaltsraum mit Essecke, eine gemütliche, wenn auch stets kalte Küche sowie ein geräumiges Bad für uns - im Vergleich zu den letzten Silvis also Luxus pur. Das Wichtigste aber war die Kuckucksuhr, die uns in den unmöglichsten Augenblicken die Uhrzeit verkündete und deren wunderbaren Klang wir wohl alle sehr vermissen werden ... ;-)
Wie in den letzten Jahren hatten wir auch jetzt kein festes Programm geplant. Fest verankert in unserem Tagesablauf waren allein das Frühstück, das für zehn Uhr anberaumt war (was nur am ersten Tag manchen zu spät erschien - danach hatten wir Mühe, alle aus den Betten zu treiben) und das Abendessen sowie die darauf folgende Andacht. Schon vor der Freizeit hatten wir festgelegt, welches Zweierteam wann was kochen würde, und so wurden unsere Mägen stets gerade noch vor dem Hungertod gefüllt, wenn ihr aggressives Knurren auch einige Lawinen auslöste.
Zwischen den Mahlzeiten unterhielten wir uns, veranstalteten Schneeballschlachten, fuhren „Schlitten" (das heißt, wir jagten mit Isomatten und Mülltüten einen steilen Hang hinunter), lernten oder versuchten, zu lernen, wuschen ab und räumten auf, spielten (in diesem Jahr besonders „Risiko" und Würfelspiele), lasen, hörten Musik und unternahmen Spaziergänge durch winterlichen Wald, der von Wanderwegen durchzogen wurde und der mit seinen vielen kleinen und großen Bächen, Wasserfällen, Findlingen und natürlich mit dem vielen Schnee besonders schön war.
Am Tag vor Silvester besuchten wir ein nahegelegenes Hallenbad, das uns durchaus positiv überraschte: In der Beschreibung hatte es „Schwimmbecken mit Spaßbereich" gehießen, was uns die schlimmsten Befürchtungen anstellen ließ. Wir konnten uns jedoch zu einem wirklich günstigen Eintrittspreis in verschiedenen Schwimmbecken - darunter zwei beheizte Außenbecken -, einer Sauna, einem Dampfbad und einem Whirlpool vergnügen. Danach erledigten wir ganz entspannt den Einkauf für das Silvestermenue. Das sollte in diesem Jahr, wie es die Tradition verlangte, wieder zwei Gänge mehr als im Jahr zuvor haben (also sieben), und es hielt tatsächlich, was man uns versprochen hatte. So verbrachten wir den Silvesterabend dann auch relativ ruhig; nach dem reichlichen Essen, einer Andacht und einem Jahresrückblick fanden wir uns vor der Hütte ein und genossen das Schauspiel am Himmel, so weit man es durch die Wolkenschleier hindurch eben genießen konnte. Später saßen wir noch ein wenig zusammen und ließen den Tag gemütlich ausklingen.
Am nächsten Tag war dann auch schon Aufräumen angesagt. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und begannen, mehr oder weniger planvoll das Häuschen in Ordnung zu bringen, und als wir damit im Großen und Ganzen fertig waren, fanden wir uns zu einer Abschlussrunde zusammen. Das letzte Auto verließ den Ort gegen zwei Uhr. Mittlerweile sind wir wieder wohlbehalten zu Hause angekommen, und ich denke, wir können auch diesmal wieder auf eine abwechslungsreiche, entspannte und lustige Silvesterfreizeit zurück blicken, die wir so schnell nicht vergessen werden ... kuckuck!


by tina