Stammeslager 2001

23.5 - 26.5.2001

Salve,
Das Stammeslager der Pfadfinder fand dieses Jahr in Wehrheim auf der Wiese von Bauer Velte statt. Hier konnte man ab Mittwoch Mittag schon überall junge Germanen sehen, die ihre Zelte auf dieser Wiese aufschlugen. Eine Feuerstelle wurde ausgehoben und die Lagerküche aufgebaut - Was war los?
Die jungen Germanen und Germaninnen lagerten unter der Führung ihres Häuptlings Klampfix und seiner Braut Inferia vorübergehend in Frieden mit den benachbarten Römern auf dieser Wiese. Die Römer waren ausschließlich Mitarbeiter und damit in der Minderheit.

Ricola, Cruella Domina, Puella Nutella, Pater Tobius, Caligula Medicus und Karl-Heinz sind nur einige der stolzen Römer, die nur verachtend auf die Barbaren herunterschauten.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag besuchten uns dann noch einige jugendliche Zivilisten aus Neu-Anspach. Donnerstags dann wurde um halb neun Uhr Morgens das Hornsignal geblasen. Nach dem Frühstück predigte immer ein Missionar, der das Lager mitbesuchte. Detlef erzählte jeden Tag von den Abenteuern und Reisen des Apostels Paulus.

Anschließend konnten die Germanen verschiedene Workshops besuchen: Töpfern, Katapult bauen, Bogen bauen, Wachstafeln gießen und Hackeesack-Basteln wurden angeboten. Am Ende dieses langen Tages wurden vor dem Lagergerichtshof die gröbsten Vergehen der Germanen und Römer geahndet.
Wer sich schlecht benommen hatte und im Sündenregister eingetragen worden war konnte jetzt, ganz wie im alten Rom, als Angeklagter mit seinem Anwalt vor den obersten Richter treten. Ankläger und Verteidiger führten hitzige Debatten, die immer vom salomonischen Urteil des Staatsanwaltes geklärt wurden.

Die anschließende allgemeine Nachtruhe wurde aber plötzlich von dem Kriegsgeschrei der Römer unterbrochen.
Kurze Zeit später hörte man die Germanenbraut aufgeregt von der Gräueltat der Rämer berichten. Der Häuptling war entführt worden und befand sich höchstwahrscheinlich irgendwo im finsteren Wald. Die mutigen Germanen, denen das Kriegsgeheul der Römer noch in den Ohren klang, waren bereit, ihren Anführer im Wald zu suchen. Ihre Taschenlampenstrahlen schreckten im Wald immer wieder Römerpatroullien auf.

Der verschleppte Klampfix wurde dann auch tatsächlich aus einer Laubhütte befreit. Die Germanen konnten zufrieden zurückkehren. Am Freitag wurde schon früh schwimmen gegangen. Das Wehrheimer Schwimmbad war zwar alles andere als ein römisches Thermalbad, aber es erfrischte alle ordentlich. Nach dem Mittagessen, für das die Lagerköchin Meister Edine sorgte, wurde das große Spiel eingeleitet, das in drei Etappen verlief.

Die Germanen versuchten zunächst, die römischen Gefechtsstationen zu überfallen und ihnen Silberbarren zu klauen. Als das geschafft war konnte gehandelt werden. Die verschiedenen Germanengruppen hatten spezielle Aufgaben zu erfüllen, bei denen ihnen im Wald umherirrende Händler behilflich sein konnten. Aber Vorsicht: Ein Räuber trieb hier sein Unwesen, lockte unvorsichtige Germanen an und raubte ihnen ihre Lebensbändchen.
Die begehrtesten Stücke waren Teile eine alten zerrissenen Karte, die sich zusammen zu einer Schatzkarte ergänzten.
In der dritten Etappe musste dann die Schatzkiste gefunden werden. Nur mit vier Schlüsseln und viel Vorsicht gegenüber auflauernden Römern konnte die alte Kiste unter einem vermoderten Baumstumpf geborgen werden. Waren die etlichen Riegel und Schlösser geknackt, fand man innen "Römische Monsterkekse©". - Diese Geheimwaffe gegen die Germanen sollte angeblich Wunderkräfte verleihen.... Zu Schade, dass sie ausgerechnet in deren Hände fielen.

Am Abend wurde Frieden geschlossen und gemeinsam ein Versöhnungsfest gefeiert. Die mutigsten Germanen konnten sich in Gladiatorenkämpfen Ruhm und Ehre holen.
Bis zum nächsten Morgen konnte lange ausgeschlafen werden. Nach dem Frühstück steuerte dann jede Andachtsgruppe etwas zum Abschlussgottesdienst bei. Hier wurden Raps vorgetragen und Anspiele gebracht. Nach diesem Lagergottesdienst blieb noch das Abbauen der Zelte.

Gegen 15 Uhr dann zogen die Germanen wieder in ihre Heimat zurück. In Erinnerung bleiben wird ihnen das durchgehend schöne Wetter, die spannenden Andachtszeiten und das gemeinsam erlebte Abenteuer.

David