Winterhajk 2001

Donnerstag, 11.01.2001

Punkt 12 Uhr trafen wir (Tobi, Rike, Fritzi, Nadja, Jann-Timo und Enno) uns an der Gemeinde in Neu-Anspach. Der Grund dafür war ein 3-tägiges Hajk in Kälte!!!
Nachdem wir unsere letzten Notgroschen zusammen gelegt hatten, machten wir uns daran, Proviant für mindestens eine Woche einzukaufen. Ausgerüstet mit gut aussehendem Brot (immerhin ein sehr wichtiges Auswahlkriterium), 2 Tüten Marschmallows (ganz wichtig!!!), 3 Päckchen Buchstaben-Tütensuppe, unzerbrechlichen Eiern und jeder Menge anderer unwichtiger Dinge, machten wir uns auf den Weg zum Weisen vom (Hunolds)Tal.

Dort angekommen beluden wir uns mit Kohtenbahnen, Töpfen und Pfannen und natürlich warmen Pellkartoffeln von Edine.

Grundsätzlich galt "Enno hat noch Platz". Endlich machten wir uns auf den langen und beschwerlichen Weg zu unserem auserkorenen Ziel. Als wir nach vielen Strapazen an unserem Schlafplatz angelangt waren, begannen wir damit, auf freiem Feld unsere, von Tobi durch Baumstämme und Reisig gegen unliebsame Besucher gut getarnte Kohte aufzubauen.Damit fingen unsere Probleme an........

Nach und nach verloren wir das Gefühl in unseren Fingern. So sehnten wir uns alle nach einem warmen Feuer und den Bratkartoffeln mit Ei und Speck. Da in der gesamten Umgebung kein trockenes Holz zu finden war (es war alles nass und gefroren) versuchten Jann und Tobi vergebens Feuer in der Kothe zu entfachen (Asche auf unser Haupt ;-)
Etwas abseits gelang es uns schließlich, ein kleines Feuer zu errichten, auf dem wir dann doch noch unsere wohl verdienten Bratkartoffeln machen konnten.
Nachdem wir uns heißhungrig über die Kartoffeln und Brot mit köstlicher Heidelbeermarmelade hergemacht hatten, verkrochen wir uns dann um 6 Uhr alle in unsere Schlafsäcke, um uns vor der Kälte zu schützen. Außerdem konnten wir bei zunehmender Dunkelheit und ohne Feuer kaum etwas anderes anfangen.

Nadja, die uns schon am Abend wieder verlassen wollte, hüllten wir provisorisch in eine Zeltbahn ein. Als sie dann um 21:00 Uhr gehen musste, wollte keiner seinen warmen Schlafsack verlassen, um sie zu begleiten, denn die Temperaturen waren mittlerweile bis weit unter den Gefrierpunkt gesunken. Schließlich übernahmen Tobi und Jann diese ehrenvolle Aufgabe.
Als sie endlich wiederkamen, kehrte Totenstille ein, denn wir waren alle bis zu den Nasenspitzen in unseren Schlafsäcken verschwunden. Irgendwann schliefen wir ein...

Freitag, 12.1.2001

Am nächsten Morgen erwachten wir tiefgefroren in unseren Schlafsäcken und erblickten sofort die Eisblumen an Kohtenblättern, Rucksäcken und Schlafsäcken. So ist es wohl verständlich, dass keiner bereit war, die mollige Wärme seines Schlafplatzes zu verlassen und so nahmen mir unser Frühstücks-Pfadi-Schokomüsli mit Eisklümpchen in der Milch in unseren Schlafsäcken ein.
Doch irgendwann beschloss Tobi wagemutig, hinaus in die Kälte zu gehen, um Feuer zu machen. So verließen nach und nach auch die anderen die Kohte, denn schon bald (?) hatte Tobi mit Janns Hilfe das Feuer entfacht. Die Jungs versuchten, in den nahe gelegenen Restaurants nach Wasser zu fragen, während die Suppe über dem Feuer köchelte (und des öfteren überkochte).

Um 12 Uhr war die leckere Suppe,mit Möhrchen und Ei sowie mit etwas Moos und Erde von Tobis Topf verfeinert, fertig und wir stürzten uns sofort auf sie.
Danach beschlossen wir, das Hajk in Tobis Wohnung fortzusetzen. Während Tobi sich mit einem Bad in der Weil (Wassertemperatur ca. 0,1°C) erfrischte baute der vernünftigere Rest das Lager ab und machte sich schließlich mit erfrorenen Füßen auf den Heimweg.
Abends verspeisten wir Spagetti mit Tomatensoße und legten uns irgendwann in Tobis Zimmer schlafen, nachdem wir den Krieg um die besten Plätze beendet hatten.

Samstag, 13.1.2001

Nachdem alle aufgestanden waren, verbrachten wir nach einem reichhaltigen Frühstück den Morgen wie den Nachmittag des vergangenen Tages mit faulenzen (oder besser Gemeinschaft) und begaben uns dann nach und nach Hause.