Blockhüttengeschichte

Das Projekt "Blockhütte" begann im Herbst 2000 mit einer Idee: Im Wald bei Hunoldstal sollte für unseren Stamm eine selbsterrichtete Blockhütte entstehen. Gesagt, getan.
Im Frühsommer 2001 bekamen wir Bauerlaubnis und damit war der Startschuss für den Hüttenbau gefallen: Zunächst einmal benötigten wir Bauholz; nach unseren Berechnungen mussten dafür etwa 45 Fichten gefällt, entastet, geschält, zugeschnitten und anschließend zum Bauplatz gezogen werden. Da die Motorsäge gleich zu Beginn der Arbeiten ausfiel, wurden die Bäume allein durch Beil und Säge zu Fall gebracht. Außerdem musste der Bauplatz geebnet werden; durch den harten Taunusschiefer keine leichte Angelegenheit.
Um schneller voran zu kommen, veranstalteten wir in der ersten Woche der Sommerferien ein "Arbeitslager". Vielleicht ist der Name etwas irreführend, denn gearbeitet wurde nicht zu viel und wir hatten alle viel Spaß. Doch faul waren wir in diesen Tagen nicht: Immer wieder schallte der Ruf "Baum fällt!" aus dem Wald und so hatten wir am Ende der Woche etwa 50 Stangen beisammen.
Am Ende der Sommerferien besuchte uns Uwe Meißner, der beim Bau von verschiedensten Dingen viele Erfahrungen gesammelt hatte und uns gerne helfen wollte. Die wirkliche Bauphase sollte nun beginnen: Die Wände der Hütte konnten zusammengesetzt werden. Hierfür mussten die Stangen mit Hammer und Meißel eingekerbt werden, was keine leichte Arbeit war. Doch die richtige Technik war bald gefunden und die Wände wuchsen in die Höhe.
Nach den Ferien widmeten wir uns ganz der Materialbeschaffung. Weitere Bäume wurden gefällt, entastet und geschält, Bretter und Dachlatten wurden herbeigeschleppt, entnagelt, sortiert und gestapelt, Ziegel wurden unter Stöhnen den steilen Berg hinaufgetragen und dort gelagert. Bald waren die Hütte und wir für die nächste große Bauphase bereit.
Diese erfolgte dann in den Herbstferien. Die Wände wurden weitergebaut, bis sie schließlich eine Höhe von 180 cm hatten und die Arbeiten am Dach beginnen konnten: Schwere Querbalken wurden in die Wände eingepasst, während gleichzeitig die Giebelwände hochgezogen wurden. Bald war Zeit für das Richtfest: Als der First endlich auf das Dacht gehievt war, wurden die fleißigen Arbeiter mit einem leckeren Mohnkuchen belohnt.
Zeit für lange Pausen blieb uns jedoch nicht: Für den Giebel mussten Stützbalken und Diagonalverstrebungen angebracht und das Dach mit Brettern vernagelt werden. Allein dafür verbrauchten wir ca. 800 Nägel. Nach dem Einlassen der Türöffnung waren unsere Fähigkeiten als Dachdecker gefragt. Das Dach wurde mit Dachpappe verkleidet, mit Dachlatten versehen und anschließend mit Ziegeln gedeckt.
An mehreren, nun schon etwas kälteren und kürzeren Herbsttagen setzten wir die Tür und später auch den Boden ein. Bis zum Dezember waren auch diese Aufgaben erledigt, sodass die Hütte an der gemeinsamen Weihnachtsfeier unseres Stammes feierlich eingeweiht werden konnte.
Im Jahr 2002 sorgten wir endlich für Licht und Wärme in der Hütte und bauten ein Fenster sowie einen Ofen ein. Ein Jahr später wurde dann der Holzschuppen errichtet, endlich konnte das verbliebene Baumaterial angemessen gelagert werden. 2004 verwirklichten wir unsere Idee, die Umgebung der Hütte in eine Art Abenteuerspielplatz zu verwandeln und bauten u.a. eine Tarzanschaukel und eine Seilbahn. Außerdem entstand ein Unterstand zum Grillen bei schlechtem Wetter. Erst nach mehreren missglückten Versuchen mit einem Sand-Lehm-Gemisch waren im Frühjahr 2005 endlich auch die Ritzen der Wände mit Hanf abgedichtet.
Auch wenn der Bau der Blockhütte schon lange abgeschlossen ist: Richtig fertig ist die Hütte nie. Immer wieder müssen kleinere Reparaturen erledigt oder Verbesserungen des Bestehenden vorgenommen werden. Diese Pflichten ändern aber nichts daran, dass wir froh sind, die Hütte erbaut zu haben. Trotz aller Anstrengungen hatten wir viel Spaß und konnten wir immer wieder Gottes Führung und Bewahrung erfahren. Seit ihrer Entstehung hat uns unsere Blockhütte schon gute Dienste geleistet und wir sind uns alle einig: Die Schufterei hat sich gelohnt!

Wer mehr über die Geschichte der Hütte wissen möchte, auf den warten ein Bericht über die Blockhüttenarbeiten im Jahre 2001, der Hauptbauzeit, sowie eine kleine Chronik unserer Hütte.