Die Entwicklung der BPS

Es begann 1932, mit Karl August Hahne. Er war Prediger in Gelsenkirchen und von der 1908 in England entstandenen Pfadfinderbewegung so beeindruckt, dass er in seiner Gemeinde die "Baptistische Pfadfinderschaft (BP)" gründete. Schon nach zwei Jahren setzte der Nationalsozialismus der Pfadfinderarbeit ein Ende. Um zu verhindern, dass aus seinen Pfadfindern Hitlerjungen wurden, löste Pastor Hahne den Bund am 10. Februar 1934 selbst auf.
Im "Dritten Reich" wurde die Arbeit teilweise heimlich weitergeführt; was nicht ungefährlich war. 2/3 der Pfadfinder des Stammes "Johann-Gerhard Oncken" kehrte nicht aus dem Krieg zurück.

Nach 1945 kehrte Herbert Latza, der die Pfadfinderarbeit als Junge bei Karl August erlebt hatte heil aus dem Krieg zurück. Er gründete wieder in Gelsenkirchen den Stamm "Johann Gerhard Oncken" und schloss sich den "Christlichen Pfadfindern", einem der drei Pfadfinderbünde, die die alliierte Militärregierung wieder erlaubt hatte an.

Die Pfadfinderarbeit wurde als besondere Form offener Gemeindejugendarbeit bald auch in anderen Gemeinden heimisch. Als das Gemeindejugendwerk parallel dazu die "Jungmannenarbeit", die sich stark an die Pfadfinder-Konzeption anlehnte, als Fortsetzung der Jungschararbeit für die Älteren gründete, kam es leider1961 zu einem unseligen Konkurrenzdenken von Seiten der Jungmannen. Dies schadete letztlich sowohl ihnen als auch den Baptistischen Pfadfindern, beide verschwanden Anfang der 70er. Trotzdem war die baptistische Pfadfinderarbeit nicht "totzukriegen".

Im Jahr 1985 entstand in Reutlingen eine sogenannte "Fahrtengruppe" aus ehemaligen Jungscharlern. Im Frühjahr 1986 trafen sie auf einem Fahrten-Nachtreffen in der Schwäbischen Alb mit ebenfalls altgewordenen Jungscharlern aus Stuttgart zusammen, die ihrerseits eine "Fahrtengruppe" gegründet hatten. Man beschloss gemeinsam, aus dem Provisorium eine verbindliche Arbeit zu formen. Nach gründlicher Beratung der Gruppenleiter Niels Rusch (Reutlingen) und Kai S. Dorra (Stuttgart) wurde im März die Baptistische Pfadfinderschaft (BPS) gegründet.

Ironie der Geschichte: zu diesem Zeitpunkt war beiden nicht bekannt, dass es schon einmal eine solche Arbeit mit genau demselben Namen gegeben hatte. Das erste Bundesthing fand am 21. und 22. November 1987 in Lichtenstein statt. Der Grundstein für die Konzeption der BPS wurde gelegt.1988 kam es zu Kontakten mit den Altpfadfindern des Stammes "Johann Gerhard Oncken". Im April 1995 wurde die Baptistische Pfadfinderschaft von der Mitarbeiterkonferenz des GJW in Hamburg offiziell als Arbeitsgruppe des Gemeindejugendwerkes anerkannt.