Die Deutsche Entwicklung

Im Jahr 1909 entstanden in Deutschland erste Pfadfindergruppen, vor allem in Militärkreisen fand die Idee große Unterstützung. Die um die Jahrhundertwende aufgekommene bündische Jugendbewegung hatte zunächst keine Berührungspunkte mit den Pfadfindern - die beiden verschiedenen Konzeptionen wurden vor dem ersten Weltkrieg nicht in Verbindung gebracht. Während die Pfadfinder dem Kaiserreich recht nahe standen, trat die bündische Jugend gegen wilhelminische Vereinnahmung der Jugend ein.

Nach dem Krieg gab es mehr Berührungspunkte zwischen Bündischen und Pfadfindern, es entstanden zwischen den "Urbündischen" und den "Scoutistischen" verschiedene Mischformen, die Elemente aus beiden Konzeptionen in sich vereinigten: Pfadfinderbünde, Jungenschaften, Jungscharen, Horten, Jugendbünde, Wandervögel, Zugvögel, usw.

Heute gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten. So entstammen viele "Pfadfinderische" Elemente wie Kohten, Jurten, Jujas und viele unserer Lieder der bündischen Tradition. Dennoch ist die Unterschiedlichkeit Pfadfinder/Bündische nach wie vor anzutreffen. Der größte Unterschied ist wahrscheinlich das Erziehungskonzept der Pfadfinder, dass die Bündischen ablehnen (auch wenn sie z. T. in der Praxis vieles davon übernommen haben).