Die Entstehung des Stammes Turmfalke in Neu-Anspach

Mitte ´94 war Edine Rieck auf der Suche nach einem neuen Konzept für eine offene Kinderarbeit in Neu-Anspach. Durch Kinder ihrer Gemeinde hörte sie von der pfadfinderähnlichen Arbeit der Royal Rangers. Daraufhin stellte sie fest, dass es innerhalb des Bundes der Baptisten schon seit Jahren eine eigene Pfadfinderschaft gab und sie stellte die ersten Kontakte her.
Schon vor dem Beginn der Arbeit vor Ort wurden erste Erfahrungen mit der Pfadfinderarbeit gesammelt - und zwar auf dem Staufer-Hajk im April 1995. Mit acht Personen ging es in die Fränkische Schweiz: Eine sehr lehrreiche Zeit - Lernen durch Erfahrung (Learning by Doing)- gerade auch durch die Fehler. So verlor zum Beispiel ein Teilnehmer bereits auf den ersten einhundert Metern die Sohle der vom Großvater geerbten Schuhe. Am nächsten Morgen wieder das gleiche bei einer Teilnehmerin. Nach fünf Kilometern hatte ein weiterer Teilnehmer blutige Füße - wegen passender Springerstiefel. Die Rucksäcke, von den Eltern gepackt, waren am ersten Tag wunderbar, aber am zweiten Tag hatten einige eine bedenkliche Schieflage. Trotzdem hatten alle ihren Spaß und freuten sich auf den Beginn in Neu-Anspach.
Die Sippenführer-Schulung in Welzheim kam genau zur richtigen Zeit. Vom 01. bis 05.09.1995 erwarben sich vier Personen (Edine Rieck und drei Teenager) die theoretischen und praktischen Grundkenntnisse für den Beginn einer Pfadfinderarbeit. Dort legte Edine Rieck ihr Pfadfinderversprechen ab und wurde dadurch zur ersten baptistischen Pfadfinderin in Hessen.
Das Schaulager am 21.10. 1995 war der Startschuss für die Arbeit in Neu-Anspach. Erfreulich war die große Beteiligung der Neu-Anspacher - nicht nur aus der Gemeinde. Zur Unterstützung kam der Bundesführer der Baptistischen Pfadfinderschaft höchstpersönlich und brachte noch einige "Pfadfis" mit.
Zur ersten Gruppenstunde am 27.10.1995 kamen gleich 26 Kinder. Seit Januar gab es dann drei Gruppen:
Die Wölflingsstufe für Kinder von sieben bis neun Jahren. Die Jungpfadfinder (zehn bis elf Jahre) und die Pfadfinder mit den restlichen Altersstufen. Eigentlich beginnt die Pfadfinderstufe erst mit 13 Jahren, aber da bei uns aus Mangel an Alternativen einige Sippenführer mit 12 Jahren angefangen hatten, wurden diese gleich Pfadfinder.
Die Sippenstunden bieten ein vielfältiges Programm interessanter Themen, wie zum Beispiel handwerkliche Tätigkeiten, lebensnahe christliche Verkündigung, praxisorientiertes Arbeiten mit der Bibel, Sport, Orientierung in der Natur, soziales Engagement, Singen und Spielen. So stiegen unsere Mitgliederzahlen sehr schnell und wir hatten zwischen 2000 und 2002 unseren Höchststand von 90 -100 Mitgliedern in 11 Sippen.
Viele Sipplinge kamen, die meisten blieben, einige gingen. So hatten wir auch viele Mitarbeiter seit unserer Gründung, einige sind leider weggezogen oder haben aus beruflichen oder privaten Gründen keine Zeit mehr gehabt. Dem entsprechend haben sich mit der Zeit Sippenprogramme und Stammesaktion nach Altersentwicklung und Führung immer wieder neu entwickelt. Alle Beteiligten hatten sehr viel Spaß und unser Stamm kann auf eine sehr ereignisreiche Vergangenheit zurück schauen, dafür ist den Helfern und Führern für ihr Engagement zu danken. Besonders wollten wir hier am Schluss aber unserem Schöpfer danken, weil wir bei den vielen Ereignissen in der Vergangenheit immer wieder seine Bewahrung, Hilfe und Beistand erleben durften.

Anne und Edine (verändert)