Der Pfadfindergruß


Was passiert eigentlich, wenn sich zwei Pfadfinder treffen? Dass sie nicht wortlos aneinander vorbei gehen, ist ja wohl klar. Wie aber grüßen und begrüßen sich Pfadfinder untereinander? Mit einem kurzen "Hallo"?
Manchmal vielleicht schon, aber wenn man Pfadis aus anderen Stämmen nach längerer Zeit endlich mal wieder trifft oder sich von neu gewonnenen Freunden nach einem Lager verabschiedet, ist ein besonderer Gruß nötig: Der Pfadfindergruß. Der Pfadigruß ist mehr als ein kurzes Grüßen, er ist eine kleine Zeremonie :-). Aber keine Angst, der Pfadigruß ist ganz einfach und wenn ihr euch die Bilder unten mit den dazu gehörigen Anweisungen anseht, dann beherrscht auch ihr ihn bald perfekt!

Schritt 1: Als erstes braucht ihr natürlich jemanden, den ihr grüßen könnt, aber keine Panik: Es gibt weltweit ca. 30 Millionen Pfadfinder, da wird schon einer dabei sein, den ihr begrüßen könnt. Zur Not müsst ihr mit einem Pfadi ohne Hemd vorlieb nehmen, wie auf dem Bild oben zu sehen :-)

Schritt 2: Während ihr euch aufeinander zubewegt, könnt ihr schon mal eure linke Hand ausfahren. Pfadfinder geben sich nämlich die linke Hand, die rechte Hand brauchen sie für den Pfadfindergruß. Den kleinen Finger der linken Hand solltet ihr leicht abspreizen, denn Pfadfinder geben sich auf eine ganz spezielle Art und Weise die Hand...

Schritt 3: Auf dem Bild ist es etwas schwierig zu erkennen, aber wenn sich Pfadis die Hand geben, dann verhaken sie ihre kleinen Finger. Manche behaupten, das wäre, damit man fester zudrücken kann, aber vorsicht: Verletzungen beim Pfadigruß sind unerwünscht! :-) Die Tradition dieses speziellen Händedrucks hat Baden-Powell übrigens von dem Geheimbund eines afrikanischen Stammes übernommen. Die Mitglieder dieser Bundes gaben sich untereinander durch das Verhaken der kleinen Finger beim Händeschütteln zu erkennen.

Schritt 4: Haben sich die linken Hände richtig gefunden, was manchmal gar nicht so einfach ist, dann erhebt man die rechte Hand zum Pfadigruß. Dabei legt man den Daumen über den kleinen Finger und streckt die drei anderen Finger in die Höhe. Wie das genau aussieht und was das zu bedeuten hat, könnt ihr unten auf dieser Seite nachlesen. Sprachlos dastehen muss man beim Pfadigruß natürlich nicht, der Gruß lautet: "Gut Pfad!"

Schritt 5: Das war aber noch nicht alles. Jetzt muss man natürlich noch zeigen, dass man sich mag und setzt deshalb zu einer mehr oder wenig innigen Umarmung an. Dass Pfadfinder sich mögen ist klar, im Pfadfindergesetz heißt es ja schließlich: "Der Pfadfinder ist Freund aller Pfadfinder".

Schritt 6: Also: Drückt euch kräftig, schließlich freut ihr euch doch, einander zu sehen, oder etwa nicht? Ihr solltet nur aufpassen, dass ihr nicht mit den Köpfen gegeneinander knallt...

Schritt 7: Wenn ihr die Umarmung hinter euch habt, muss der Gruß noch nicht vorbei sein. Jetzt könnt ihr euch alles erzählen, was euch auf dem Herzen brennt. Anfangen könnt ihr damit aber natürlich schon vorher, dann spart ihr Zeit :-)

Schritt 8: So, jetzt noch ein Lächeln. Sehr schön! Übrigens: Ihr könnt euch jetzt wieder loslassen. Um euch herum warten bestimmt schon einige, die auch begrüßt werden wollen...


Wie versprochen könnt ihr hier noch einmal genau sehen, wie der Pfadigruß funktioniert. Die Fingerhaltung hat natürlich auch eine Bedeutung (und zwar nicht nur eine): Die drei erhobenen Finger stehen für die drei Teile des Pfadfinderversprechens oder für das oberste Gebot (In verkürzter Form: "Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst", Mt. 22, 37 - 39). Der Daumen über dem kleinen Finger sagt aus: "Der Große schützt den Kleineren". Daumen und kleiner Finger bilden außerdem einen Ring, der dafür steht, dass es Pfadfinder auf der ganzen Welt gibt. Außerdem soll dieser Gruß die Pfadfinderlilie symbolisieren. Ganz schön viel Bedeutung in so einer kleinen Handbewegung, oder?